erdwespe

Wie lassen sich Erdwespen beseitigen?

Kaum etwas ist im Sommer so entspannend wie der Aufenthalt im eigenen Garten. Die grüne Oase bietet allerdings nicht nur eine hervorragende Kulisse für ausgelassene Grillfeste, Kindergeburtstage oder die schlichte Entspannung mit einem süßen Cocktail auf der Terrasse, sondern auch eine wohlige Heimat für zahlreiche Insekten. Insbesondere Wespen gehören jedoch zu den Gartenbewohnern, die bei vielen Menschen berechtigte Nervosität aufkommen lassen, denn oftmals präsentieren sich die Tiere äußerst angriffslustig, was vor allem für Kinder und Allergiker zum Problem werden kann. Besonders unangenehm ist dabei die Anwesenheit von Erdwespen, die ihre unterirdischen Nester mit Vorliebe in Gärten errichten. In der Regel ist das Zusammenleben mit den gelb-schwarzen Insekten kein Problem, unter besonderen Umständen kann es jedoch durchaus gerechtfertigt sein, die Erdwespen beseitigen oder zumindest umzusiedeln zu wollen.

Wie lassen sich Erdwespen erkennen?

Bevor aber Maßnahmen zur Beseitigung der Erdwespen eingeleitet werden können, ist es zunächst zwingend erforderlich, herauszufinden, ob es sich bei den im Garten befindlichen Tieren überhaupt um Erdwespen und nicht etwa im Wildbienen oder Hummeln handelt. Dieser Schritt ist in jedem Fall erforderlich, da auch manche Bienen- und Hummelarten ihre Nester in der Erde errichten und hierzulande darüber hinaus zu den streng geschützten Arten zählen. Ergo ist es auch aufgrund der Harmlosigkeit der nützlichen Insekten weder notwendig noch legal, deren Nester zu zerstören oder die Wildbienen beziehungsweise Hummeln zu töten. Ob es sich um Erdwespen oder nur ähnlich aussehende Insekten handelt, lässt sich beispielsweise anhand der Anzahl der im Boden vorhandenen Einfluglöcher erkennen, denn während die Nester von Wildbienen meist über viele unterschiedliche Ein- und Ausfluglöcher verfügen, charakterisiert sich das Nest von Erdwespen in der Regel dadurch, dass nur ein einziges Loch mit einem relativ großen Durchmesser existiert. Fliegen die Tiere also in großer Zahl durch ein spezifisches Loch ein und aus, ist dies ein erstes Indiz für ein Erdwespennest. Ein weiterer Anhaltspunkt ist das gemeinsame Aus- und Einfliegen zahlreicher Tiere zur Morgen- und Abenddämmerung, wenn die Sonne den Boden zu erwärmen beginnt, respektive, wenn dieser am Abend wieder abkühlt. Letztendliche Sicherheit verschafft aber nur ein Blick auf die Tiere selbst, denn Wespen kennzeichnen sich gemeinhin durch scharfe Farbkontraste sowie die Abwesenheit der samtigen Behaarung, wie sie für Bienen und Hummeln typisch ist. Im Zweifel ist es aber in jedem Fall ratsam, einen Fachmann zur Identifikation hinzuzurufen, um die eventuell vorhandenen Erdwespen loswerden zu können

Welche Gefahren bestehen, wenn ich Erdwespen bekämpfen will?

Um Missverständnissen vorzubeugen, sollte an dieser Stelle erwähnt werden, dass die Gattung der Erdwespen im Grunde genommen nicht existiert, sondern hinsichtlich ihrer Bezeichnung auf den Volksmund zurückgeht, der den Tieren gemäß ihren Gewohnheiten, unterirdische Nester zu errichten, die Bezeichnung Erdwespen gab. In Wahrheit handelt es sich dabei aber nicht um eine spezielle Art, sondern um mehrere Wespenarten, die ihre Nester mitunter auch unter der Erde errichten. Hierzulande betrifft dies in den meisten Fällen die Deutsche Wespe sowie die sogenannte Gemeine Wespe. Beide Arten sind zum Leidwesen vieler Gartenbesitzer als vergleichsweise aggressiv einzustufen, da sie bereits beim kleinsten Anzeichen einer Bedrohung zustechen. Da diese sogenannten Erdwespen ihre Nester unterirdisch anlegen, basiert die hauptsächliche Gefahr für den Menschen darauf, dass das Nest nur schwer erkennbar ist. Die Tiere reagieren zudem extrem empfindlich auf Erschütterungen, was dazu führt, dass diese beim unbedarften Annähern an das Nest bereits ausfliegen und den vermeintlichen Angreifer abwehren, um ihre Brut zu schützen. Erdwespen bekämpfen einen Angreifer dabei in der Regel nicht alleine, sondern im Schwarm. Im Detail werden diese Angriffe dadurch gefährlich, dass das im Rahmen eines Stichs abgesonderte Sekret bestimmte Lockstoffe, sogenannte Pheromone, beinhaltet, welche die anderen Tiere aus dem Bau locken und ebenfalls zum Angriff auffordern. Gefährlich ist dies vor allem für kleine Kinder, alte Menschen und Allergiker zumal die Tiere häufig das Gesicht als Angriffsziel wählen.

Zunächst das Nest sichern, dann die Erdwespen bekämpfen

Auch im Angesicht der Tatsache, dass die Tiere vergleichsweise aggressiv vorgehen, darf nicht vergessen werden, dass Wespen sehr nützlich sind, zumal sie zur Entlausung von Reb- und Rosenstöcken beitragen. Erdwespen vernichten darüber hinaus auch unerwünschte Lästlinge wie Mücken, Milben und Spinnen. Sofern sich das Nest jedoch an einer Stelle befindet, die stark frequentiert ist oder eine unmittelbare Gefährdung darstellt, sollte man die Erdwespen bekämpfen. Bevor aber weitergehende Maßnahmen ergriffen werden, um die Erdwespen loswerden zu können, sollte das Nest gekennzeichnet und gesichert werden. Zum eigenen Schutz sollte das Sichern des Nestes jedoch früh am Morgen oder spät am Abend stattfinden, wenn die Erdwespen nicht mehr sonderlich aktiv sind. Um die Gefahr für das Erleiden von Stichen zu reduzieren, ist es auch beim Absichern ratsam, eine geeignete Schutzausrüstung zu tragen. Wer wespen bekämpfen will, muss darauf achten, dass das Nest auch aus der Entfernung gut sichtbar ist, sodass niemand versehentlich in dessen Nähe gerät. In der Praxis hat es sich dabei als sinnvoll erwiesen, rund um den Bau der Tiere herum im Abstand von jeweils einem Meter vier dünne Pfähle einzuschlagen und mit Hasendraht zu umwickeln sowie nach oben zu verschließen. Neben der Kennzeichnung hat diese Maßnahme den Vorteil, dass der engmaschige Draht das Ausfliegen der Tiere bremst, sodass die Gefahr, Stiche zu erleiden, stark abnimmt.

Auf eigene Faust Erdwespen bekämpfen

Erdwespen bekämpfen darf man jedoch nicht per se, zumal auch Wespen mittlerweile einen gewissen Schutz genießen. Folglich muss für die Entfernung oder Umsiedlung des Nestes zunächst eine Genehmigung erteilt werden. Ist diese Genehmigung vorhanden, ist es ratsam, einen Fachmann damit zu betrauen, da dieser sowohl über das entsprechende Know-how als auch über eine dem Anlass entsprechende Ausrüstung verfügt. Wer Erdwespen hingegen auf eigene Faust bekämpfen möchte, sollte dies aber keinesfalls ohne Sicherheitsausrüstung tun, da die Stiche der aggressiven Tiere in der Masse auch für gesunde Erwachsene gefährlich werden können. Nichtsdestotrotz gibt es einige Möglichkeiten, mit denen auch LaienErdwespen bekämpfen können. Unabhängig davon sollte aber zunächst geprüft werden, ob es nicht möglich ist, die Tiere samt ihrem Bau umzusiedeln. Da die Nester im Untergrund sind, kann deren Größe nur von einem Fachmann eingeschätzt werden, sodass das Umsetzen der Feuerwehr, einem Schädlingsbekämpfer beziehungsweise einem Imker überlassen bleiben sollte. Wer Erdwespen bekämpfen möchte, sollte es zunächst mit einer schonenden Variante versuchen, da Erdwespen ohnehin nur ein Jahr am selben Ort verbleiben und nach dem Überwintern eine neue Heimat aufsuchen. Hierzu eignet sich zum Beispiel das Verlegen des Einfluglochs mit Hilfe eines langen Rohres sowie einem Winkelstück. Das Winkelstück wird dabei auf das Einflugloch aufgesteckt und dann an ein etwa zwei Meter langes Rohr angeschlossen, dessen Öffnung aus dem gefährdeten Bereich führt. Damit sich die Gefahr so gering wie möglich gestaltet, sollte die Verlegung des Lochs nach Möglichkeit am späten Abend oder in der Nacht stattfinden.

Mittel gegen Erdwespen, bekämpfen die Insekten effektiv

Ist die Gefahr durch das Nest zu groß, muss dieses in jedem Fall beseitigt werden. Wer Erdwespen bekämpfen will, sollte hier zunächst auf das Fluten des Baus zurückgreifen, was aber ebenfalls nicht ohne Schutzausrüstung und außerhalb der Dämmerung geschehen sollte. In der Praxis wird dabei mit Zucker versetztes Wasser als Hausmittel in den Bau geleitet, was dazu führt, dass die Flügel der Tiere nachhaltig verkleben und diese nicht mehr aus dem Bau hinaus fliegen können. Zumeist ist es aber notwendig, diese Prozedur mehrmals zu wiederholen, um alle Tiere zu erwischen. Wer die Tiere aber nicht unbedingt töten möchte, kann seinen Garten auch mit stark riechenden Pflanzen wie Lavendel ausstatten, die durch ihren Geruch Erdwespen vertreiben. Ist die Vernichtung des Nestes aus Gründen der Sicherheit unerlässlich, gibt es im Handel spezielle Sets für den Eigengebrauch mit deren Hilfe sich Erdwespen bekämpfen lassen. Bestandteil dieser Sets ist neben geeigneter Schutzausrüstung ein professionelles Wespenspray, mit dem auch Laien Erdwespen bekämpfen können. Aus Gründen der persönlichen Sicherheit sollte das Wespenspray, das die Erdwespen vernichten soll, trotz Sicherheitsausrüstung ebenfalls nur in der Morgen- oder Abenddämmerung und ohne die Anwesenheit von Kindern und Haustieren zur Anwendung kommen. Bereits eine einmalige Anwendung sollte die Erdwespen vertreiben und für Ruhe im Garten sorgen.

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